Weltfest des Pferdesports  

CHIO Aachen 2023

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Aachen, 29. Juni 2023
 

CHIO Aachen 2023: Nach 21 Jahren – die Schweiz gewinnt den Mercedes-Benz Nationenpreis  

Die Schweizer Springreiter-Equipe hat den Mercedes-Benz Nationenpreis 2023 für sich entschieden – zum ersten Mal seit 2002.

Als die Schweizer das letzte Mal den Mercedes-Benz Nationenpreis von Aachen für sich entscheiden konnten, schrieben wir das Jahr 2002 und Schlussreiter des Teams war Markus Fuchs auf Tinka’s Boy. Jetzt, 21 Jahre später, war es dessen Neffe Martin Fuchs mit Commissar Pezi, der den Sack für die Schweizer zumachte. Mit einem Endergebnis von vier Strafpunkten ließen das eidgenössische Quartett die Briten und die Belgier hinter sich. Beide Nationen hatten acht Fehler auf dem Konto. Die Zeit in Runde zwei entschied über die Rangierung, und da waren die Vertreter des diesjährigen CHIO-Partnerlandes ein wenig flotter unterwegs gewesen als die Belgier.

Der Schweizer Equipechef Michel Sorg sprach für seine Mannschaft, als er sagte: „Es ist ein Traum, der wahr wird, dass wir hier in Aachen gewonnen haben.“ Auch für ihn persönlich hatte dieser Sieg eine große Bedeutung. „Wir sind schon oft hier gewesen, nun in der Mitte dieses Stadions mit dem Siegerteam zu stehen, das habe ich immer noch nicht wirklich realisiert.“ Natürlich habe er sich etwas dabei gedacht, dass er Steve Guerdat auf Venard de Cerisy als ersten eingesetzt hat, einen „erfahrenen, starken Reiter“. Der erfüllte mit zwei fehlerfreien Runden alle in ihn gesetzten Erwartungen. Als nächstes kamen der ebenfalls hoch erfahrene Niklaus Schurtenberger und seine Holsteiner Stute C-Steffra. Sie begannen vielversprechend mit einem Abwurf im ersten Umlauf. In Runde zwei war dann allerdings der Wurm drin: 23 Strafpunkte.

Nächstes Paar: Edouard Schmitz und Gamin van’t Naastveldhof, gestern waren die beiden noch Zweite im Turkish Airlines-Preis von Europa. Sie hatten in Runde eins zwei Abwürfe – Streichergebnis. Dann waren sie null. „Nach dem ersten Umlauf habe ich mir in den Hintern getreten“, so Edouard Schmitz. Weiter kam er nicht, denn Martin Fuchs warf mit einem Augenzwinkern ein: „Mein Vater hat Dir in den Hintern getreten!“ Denn mit dem trainiert der 23 Jahre junge Edouard Schmitz schon seit sechs Jahren.

Martin Fuchs als Schlussreiter – auch das war von Michel Sorg mit Bedacht so gewählt. Denn von Martin Fuchs hing alles ab. Blieb er null – Sieg. Vier Fehler – Stechen. Acht Fehler – auch ein Stechen, allerdings ohne die Schweiz. Für Fuchs war der Druck kein Problem: „Ich hatte ein wirklich gutes Gefühl. Mein Pferd ist im ersten Umlauf super gesprungen. Von daher war ich sehr zuversichtlich, als ich eingeritten bin. Vor der letzten Linie wurde ich dann aber doch etwas nervös …“ Aber der zehnjährige Holsteiner Wallach Commissar Pezi ließ sich nicht beirren und flog auch über den letzten Mercedes-Benz-Sprung ohne Abwurf.

Für die zweitplatzierten Briten sprach Tim Gredley, der unter anderem 2006 bei den Weltreitreiterspielen in Aachen für seine Heimat im Einsatz war, damals war er gerade 20 Jahre jung. In den letzten Jahren war es ruhig geworden um ihn. Aber mit dem belgischen Hengst Medoc de Toxandria hat er wieder ein Pferd für ganz oben. Und enttäuscht war er nicht, auch wenn er heute mit neun und sechs Fehlern das Streichergebnis war. „Es war mir eine Ehre, heute Abend mit diesen Jungs hier zusammen zu reiten. Wir hatten einen tollen Team Spirit und ich bin glücklich, dass ich Teil der Mannschaft sein durfte!“ Einer Mannschaft, zu der mit Ben Maher auf Dallas Vegas Batilly und Scott Brash mit Hello Jefferson zwei weitere Doppelnuller gehört hatten. Duo Nummer vier des Teams waren Harry Charles und Romeo mit acht und null Strafpunkten.

Wie die Briten hatten auch die Belgier ihre Fehler sämtlich im ersten Umlauf gesammelt, wobei Nicola Philippaerts und seine Superstute Katanga van het Dingeshof zweimal fehlerfrei waren. „In der ersten Runde fehlte uns ein wenig das Glück“, analysierte Koen Vereecke, der heute Abend auf Kasanova de la Pomme saß (vier und null Fehler). „Im zweiten Umlauf ist die Spannung immer ein bisschen größer.“ Da lief es. Auch wenn es heute nicht für ganz vorne gereicht hat. Vielleicht ja nächstes Mal. Denn wie Martin Fuchs es auf den Punkt brachte: „Das ist der coolste Nationenpreis, den man gewinnen kann, hier vor so vielen Zuschauern!“


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CHIO Aachen 2023: Yuri Mansur zum ersten Mal siegreich im Turkish Airlines-Preis von Europa

Der Brasilianer Yuri Mansur siegte am Mittwochabend unter Flutlicht im Turkish Airlines-Preis von Europa auf einem Pferd, von dem er hofft, dass es ihn zu den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles bringen wird.

Das Stechen eröffnete allerdings ein Schweizer: Edouard Schmitz mit Gamin van’t Naastveldhof. Der 23-Jährige und sein elfjähriger belgischer Chacco Chacco-Sohn legten eine Runde hin, bei der klar war, dass sie schwer zu schlagen sein würde. Jede Wendung im Vorwärts, alle Hindernisse aus dem Fluss, 42,43 Sekunden – viel schneller kann’s eigentlich nicht werden, dachte man.

Aber dann kamen Yuri Mansur und die erst zehnjährige brasilianische Stute Miss Blue-Saint Blue Farm und unterboten die Zeit des Schweizers noch einmal um 0,16 Sekunden. Er sollte allerdings der Einzige bleiben. Weder Alain Jufer (SUI) auf Dante MM noch die drei deutschen Paare im Stechen, Philipp Weishaupt mit Coby, Richard Vogel auf United Touch S und Gerrit Nieberg mit Blues d’Aveline, schafften eine weitere Nullrunde, geschweige denn eine, die schneller gewesen wäre als die von Mansur. Als letzter Starter hatte Martin Fuchs auf dem Holsteiner Wallach Conner Jei noch die Chance auf den Sieg. Zuletzt hatten sie unter anderem den Rolex Grand Prix von Windsor gewonnen. Tatsächlich sprang der Connor-Sohn auch fehlerfrei und Fuchs tat, was er konnte um die Zeit zu knacken, aber es reichte nicht. Nach 42,78 Sekunden stoppte für ihn die Zeit. Rang drei hinter Mansur und Schmitz.

Yuri Mansur verriet später, dass er und Edouard Schmitz den ganzen Winter über zusammen in den Platzierungen gestanden hatten. „Aber da war er immer besser als ich.“ Heute war es umgekehrt. Und den größten Anteil hatte daran seine Stute. „Sie ist ein Phänomen! Eigentlich ist sie erst neunjährig, sie wird erst im September zehn. Als junges Pferd hat sie kaum etwas gemacht. Vor knapp einem Jahr bin ich mit ihr noch in 1,30 Meter-Springen geritten.“ Und nun springt sie von Erfolg zu Erfolg. Unter anderem gehörte das Paar zum zweitplatzierten Nationenpreisteam in St. Gallen (SUI). Ob es ihm etwas bedeute, dass er hier in Aachen mit einem in Brasilien gezogenen Pferd gewonnen hat. Ja, aber in gewisser Weise sei es auch lustig, denn zu Beginn seiner Karriere habe er viele Pferde aus Europa nach Brasilien gebracht, „und nun gegen Ende meiner Karriere kommen sie zurück“. Ende der Karriere des 44-Jährigen? „Ich habe einen Plan. Ich möchte noch die Olympischen Spiele in Los Angeles reiten und hoffe, dass sie mein Pferd dafür sein wird. Aber danach will ich mich auf die Karriere meiner Kinder konzentrieren.“

Edouard Schmitz trainiert seit sechs Jahren mit der Familie Fuchs, also Martin Fuchs und dessen Vater Thomas. „Es sind keine leeren Worte, wenn ich sage, dass ich den beiden alles zu verdanken habe“, so der Schweizer. Die Worte gingen Martin Fuchs runter wie Öl. Da konnte er es leicht verschmerzen, dass er heute „nur“ Dritter war. „Mal ist der eine besser, mal der andere. Wir pushen und gegenseitig und spornen uns an. Ich denke, das ist sehr gut so“, so Fuchs. Die nächste Chance auf eine Revanche kommt bestimmt!


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CHIO Aachen 2023: Media Night mit Anna Ermakova, Franziska van Almsick und Heino Ferch

Es ist der berühmteste „Rote Teppich“ des Pferdesports, über den traditionell am Eröffnungsabend des CHIO Aachen die Gäste der Media Night schreiten. Gemeinsam mit Co-Gastgeber Hermann Bühlbecker, dem Alleininhaber der „Aachener Printen- und Schokoladenfabrik Henry Lambertz GmbH & Co. KG“ hatten die Organisatoren am Dienstag zum traditionellen Gala-Abend geladen.

Eines der begehrtesten Foto-Motive des Abends war die Let’s Dance Gewinnerin 2023, Anna Ermakova. Die 23-jährige Tochter von Tennis-Legende Boris Becker strahlte gemeinsam mit ihrer Mutter Angela Ermakova den Kameras entgegen, ehe sie herzlich von Hermann Bühlbecker und Stefanie Peters, der Präsidentin des Aachen-Laurensberger Rennvereins, begrüßt wurde. Schauspieler Heino Ferch freute sich ebenso wie Schwimm-Legende Franziska van Almsick oder die ehemalige Ski-Fahrerin Maria Höfl-Riesch zu Gast zu sein. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst zeigte sich vor seinem großen Auftritt in der Eröffnungsfeier begeistert: „Das Land Nordrhein-Westfalen hat ein Pferd im Wappen und wir haben das größte Reitturnier der Welt hier in Aachen. Das passt wunderbar und ich komme immer wieder gerne hierher.“

Gemeinsam mit 38.500 Zuschauern ließen sich Wüst und die anderen Gäste zwischendurch von der spektakulären Eröffnungsfeier verzaubern, in deren Verlauf Her Royal Highness The Princess Royal, Prinzessin Anne, gemeinsam mit dem NRW-Ministerpräsidenten den CHIO Aachen 2023 offiziell eröffnete. Anschließend wurde bis spät in die Nacht im „Champions´ Circle“ weitergefeiert.


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CHIO Aachen 2023: 38.500 Zuschauer feiern ein rauschendes Fest mit jeder Menge britischem Charme

Es lag das gewisse Etwas am Dienstagabend in der Luft der Aachener Soers. Mitten im Hauptstadion wehte der Union Jack, aus den Lautsprechern ertönte das traditionelle Läuten des „Big Ben“. Und das war nur der Anfang einer grandiosen und von britischem Flair erfüllten Eröffnungsfeier, die dank des königlichen Besuchs von Her Royal Highness The Princess Royal, Prinzessin Anne, royalen Glanz versprühte.

Das Aachener Publikum erhob sich bereits in der ersten Minute der traditionellen Eröffnungsfeier von seinen Plätzen und begrüßte HRH Prinzessin Anne mit einem Meer aus schwenkenden Fahnen. Schön sei es, wieder in Aachen zu sein, sagte das Mitglied des britischen Königshauses an der Seite von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst, bevor sie zur Begeisterung der 38.500 Zuschauer im weiten Rund, den CHIO Aachen 2023 in deutscher Sprache für eröffnet erklärte. Das Spalier auf dem Weg zur Ehrentribüne bildeten die Flaggen der am Weltfest des Pferdesports teilnehmenden Nationen, unter anderem getragen von der erfolgreichsten Dressurreiterin aller Zeiten, Isabell Werth, und dem britischen Springreiter Nick Skelton, der im Jahr 2013 den Rolex Grand Prix in Aachen gewann. Was folgte, war eine spektakuläre Eröffnungsfeier unter Flutlicht, die mit zahlreichen typisch britischen Akzenten zu begeistern wusste.

„All you need is love“, angelehnt an die legendäre Beatles-Hymne, lautete das Motto an diesem Abend. Und das war nicht nur auf den Tribünen spürbar, sondern auch auf dem „Heiligen Rasen“. Das Partnerland Großbritannien zeigte mit traditionellen Schaubildern, Dudelsackmusik und landestypischen Tanzeinlagen zu fetziger Popmusik, wie sehr in dem Land jenseits des Ärmelkanals uralte Traditionen mit dem Lifestyle der Neuzeit verschmelzen. Absoluter Höhepunkt war der Auftritt der Household Cavalry. Die berittenen Soldaten, die man von den prächtigen Paraden auf Londons Straßen kennt, zelebrierten eindrucksvoll ihren weltbekannten Musical Ride und zauberten so eine imposante Stimmung ins Hauptstadion.

Bunt und auch ein bisschen magisch wurde es, als mehr als 100 Kinder mit ihrer Darbietung dem weltbekannten Nachwuchszauberer Harry Potter die Ehre erwiesen und das Publikum in die geheime Welt von Hogwarts entführten. Eine Inszenierung mit mehr als 100 Kindern, bei der auch Filmheldin Alice im Wunderland und Musical-Legende Mary Poppins vorbeischauten. Abgerundet wurde das Programm mit ganz vielen Pferden und noch mehr Pferde-Tradition. Und so galoppierten von kleinen Welsh-Ponys bis hin zu gewaltigen Shire Horses jede Menge typisch britische Pferderassen über den „Heiligen Rasen“. Dazu gesellten sich prunkvolle Gespanne in englischer Anspannung, die spektakuläre James Bond-Show von Stuntreiter Josh Clemens und ein spektakulärer Regentanz, bei dem auf die Protagonisten tatsächlich das für Großbritannien so typische kühle Nass herunterprasselte. Besondere Publikumslieblinge waren die zahlreichen Grand National Shetlandponys, die mit ihren Mini-Jockeys im Sattel in rasantem Tempo um die Wette sausten. Den Schlusspunkt setzte der Aufmarsch aller Teilnehmer, begleitet von Klassikern der britischen Musikgeschichte und einer riesigen Wasserfontäne, die bunt angestrahlt ein imposantes Farbenspiel in den Aachener Himmel zauberte. Ein krönender Abschluss, der richtig Lust machte, auf die kommenden Tage beim CHIO Aachen 2023.

Für alle Tage gibt es noch Karten an der Hotline (0241-917-1111), an den Tageskassen und im Online-Shop.

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Aachen, 26. Juni 2023
 

CHIO in der Stadt: Der Aachener Marktplatz in britischem Glanz

Da war ordentlich Stimmung auf dem altehrwürdigen Aachener Marktplatz: Die Household Cavalry, traditionelle Dudelsackmusik und jede Menge Ponys und Kutschen machten Lust auf den CHIO Aachen 2023 und sein diesjähriges Partnerland Großbritannien.

Da staunten die „Öcher“ nicht schlecht, als die berittenen Soldaten der Household Cavalry, die man sonst von den prächtigen Paraden auf Londons Straßen kennt, über das Kopfsteinpflaster im Herzen der alten Kaiserstadt stolzierten. Die imposante Garde des britischen Königshauses war ein Teil des Trosses, der vom Turniergelände des CHIO Aachen aus zum traditionellen Empfang vor der herrlichen Kulisse des historischen Rathauses zog. Und so strömten am Montagabend die Aachener in Scharen auf den Marktplatz, um dabei zu sein. Noch bevor die Pferde und Akteure um 18 Uhr den Marktplatz erreichten, stimmten das bestens gelaunte CHIO-Maskottchen Karli und sein Kompagnon Paddington auf das Open-Air-Fest ein und hoch oben vom Rathausbalkon begrüßte Aachens Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen ihre „Öcher“.

Für den Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV) ist das diesjährige Weltfest des Pferdesports ein ganz besonderes: „Großbritannien als Partnerland, das war lange unser Herzenswunsch“, so die ALRV-Präsidentin Stefanie Peters. „Vor uns liegt ein CHIO Aachen, der ganz viel britischen Charme versprühen wird.“ Und genau dieser Charme war schon am Montagabend auf dem traditionsreichen Aachener Marktplatz zu spüren. Nicht nur die Household Cavalry, auch historische Kutschen, jede Menge Shetland Ponys und traditionelle Dudelsack-Spieler boten einen prächtigen Empfang und einen Vorgeschmack auf das, was in den kommenden Tagen in der Soers los sein wird. „Schön, dass wir dieses Fest zusammen feiern“, zeigte sich auch Nick Russell, Generalkonsul von Großbritannien, voller Vorfreude auf den CHIO Aachen 2023.

Bei der morgigen Eröffnungsfeier sind all‘ diese Akteure erneut zu sehen – und noch viele mehr. Restkarten für die Eröffnungsfeier gibt es online im Ticketshop des CHIO Aachen und unter 0241-917-1111.


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Aachen, 25. Juni 2023
 

CHIO Aachen 2023: Deutsche Nationalhymne zum Abschluss im Preis der Sparkasse

Es war ein heißer Wettkampf zwischen den Nationenpreisteams Deutschland I und Deutschland II im Preis der Sparkasse! Und das nicht nur, weil das Thermometer 30 Grad im Schatten anzeigte, sondern vor allem, weil hier zwei Teams auf Augenhöhe kämpften. Einigermaßen überlegen fiel hingegen der Sieg von Diana Harwardt und Peter Künne im Paar-Voltigieren um den Preis der Sparkasse aus.

Um 14 Uhr hatte nicht nur der Sommer in der Soers einen neuen Höhepunkt erreicht, sondern auch die Stimmung in der ausverkauften Albert-Vahle-Halle. Es ging um den Nationenpreis im Preis der Sparkasse. Acht Equipen, bestehend jeweils aus zwei Einzelvoltigierern und einer Gruppe, waren angetreten. Deutschland II und Deutschland I waren klare Favoriten und liefen als Letzte in den Zirkel ein.

Deutschland II machte den Anfang. Julian Wilfling und Jannik Heiland, die beiden Einzelvoltigierer, lieferten als Zweit- und Viertbeste der Solisten ab. Dann kam die Gruppe, der VV Ingelsberg nach dem Motto „Hauptsache, es knallt“. Das tat es. Sie reihten Höhepunkt an Höhepunkt und turnten mit so viel Risiko, dass die Zuschauer manches Mal den Atem anhielten. Eine super Leistung und noch einmal eine Steigerung zur Gruppenentscheidung vom Vortag. Longenführer Alexander Hartl sagte, ihr Pferd Fider Rock sei am Vortag noch etwas aufgeregt gewesen. „Aachen ist ja auch für die Pferde etwas Besonderes!“ Heute sei er schon sehr viel gelassener gewesen. Fazit von Hartl: „Ich glaube, wir sind alle an unseren Leistungen gewachsen.“ Deutschland II übernahm die Führung.

Dann Einlauf Kathrin Meyer für Deutschland I. Dies war das erste Mal, dass die frischgebackene Damen-Siegerin im Preis der Sparkasse von gestern in einem Nationenpreis als Einzelvoltigiererin antreten durfte. In solchen Momenten ist es gut, ein Team zu haben, auf das man sich verlassen kann. Das hat Kathrin in Gestalt ihrer Mutter Sonja an der Longe und des von den beiden selbst ausgebildeten San Classico als vierbeinigem Partner. Auch heute lieferte sie wieder eine einwandfreie Leistung. Aber mit der Wertnote 8,454 hatte sie weniger Punkte gesammelt, als die beiden Einzelvoltigierer von Deutschland II. Es war also noch alles offen. Der nächste war Viktor Brüsewitz, der bis auf einen klitzekleinen Wackler an seine sensationelle Kür-Leistung von gestern anknüpfen konnte, für die es eine starke 8,762 als Durchschnittsnote gab.

Nun musste die Gruppe Norka des VV Köln-Dünnwald liefern. Die sind das Siegen gewohnt, waren letztes Jahr noch Weltmeister, sind inzwischen allerdings zum großen Teil in neuer Besetzung unterwegs. Das tat ihrer Leistung jedoch keinen Abbruch. Mit einer durchschnittlichen Bewertung von 8,987 zogen sie am VV Ingelsberg vorbei und besiegelten den Triumph von Deutschland I vor Deutschland II mit 26,203 zu 25,828 Punkten.

Rang drei ging in die Niederlande mit 24,025 Punkten dank der tollen Leistungen des gerade 17 Jahre jungen Sam Dos Santos (8,484), Annebeth Kubbe (7,761) und der Gruppe VV de Wittegheit auf Wim an der Longe von Meta Jans auf Evermore R.

Pas de Deux überlegen an Harwardt und Künne

Die ersten Sieger am Soerser Sonntag wurden bereits am Vormittag gekürt: Diana Harwardt und Peter Künne auf DSP Sir Lau Lau an der Longe von Hendrik Falk im Pas de Deux um den Preis der Sparkasse. Sie waren Zweite bei den Weltmeisterschaften 2022, im Weltcup-Finale 2023 und auch im Preis der Sparkasse beim CHIO Aachen standen sie schon unter den Top drei. Doch für ganz oben hatte es bislang noch nicht gereicht. Das änderte sich an diesem Wochenende. Mit zwei Siegen in beiden Teilprüfungen, in denen sie jeweils das einzige Duo waren, das eine Bewertung über 8 erhielt, war ihnen der Gesamtsieg nicht zu nehmen. Eine Endnote von 8,558 spricht für sich. „Das ist natürlich ein langgehegter Traum“, sagte Peter Künne. „Da zahlt sich das ganze Training der letzten Jahre aus. Sieben Jahre sind wir jetzt ein Team. Das ist wunderbar! Aachen zu gewinnen, das ist ein Traum für jeden Voltigierer.“ Damit sprach er seiner Partnerin auf dem Pferderücken ganz aus der Seele. Sieben Jahre à ca. 20 Stunden die Woche Training, das macht 7.840 Trainingsstunden, in denen sie sich den heutigen Triumph erarbeitet haben.

Platz zwei holten Ilona Hannich und Li Laffer auf Gitano des Monods (Longe: Alana Sohm) mit einer 7,920 unter dem Strich in die Schweiz. Rang drei ging an das österreichische Duo Eva Nagiller und Romana Hintner auf Idefix an der Longe von Klaus Haidacher. Endnote: 7,657.

Fazit des Bundestrainers

Kai Vorberg war schon viele Male als Co-Trainer in Aachen dabei und nun zum ersten Mal in der Rolle des verantwortlichen Bundestrainers. Das sei ganz anders gewesen, als er es erwartet hatte: „Gestern war da schon die eine oder andere Minute, in der ich gedacht habe, dass ich der einsamste Mensch auf dem Gelände bin.“ Schließlich galt es, schwierige Entscheidungen zu treffen. „Jedem gerecht zu werden und eine faire, bestinformierte Entscheidung zu treffen, das macht man ja nicht in 45 Sekunden.“ Aber was den Sport angeht, konnte er aus vollstem Herzen sagen: „Auch wenn einmal nicht die deutsche Nationalhymne gespielt wurde (in der Einzelentscheidung der Herren, Anm. d. Red.), da arbeiten wir nochmal dran, bin ich mit der Gesamtleistung des deutschen Teams total zufrieden!“


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Aachen, 25. Juni 2023
 

CHIO Aachen: 30.000 kamen zum Soerser Sonntag

Das Weltfest des Pferdesports steht für Weltklasse-Sport, vor allem aber dafür, das größte Volks- und Familienfest der Region zu sein. Genau das zeigte sich beim Soerser Sonntag, dem traditionellen Tag der offenen Tür.

„Strahlender Sonnenschein und wohin man schaut strahlende Gesichter. Besser hätte der CHIO Aachen nicht starten können“, sagte Philip Erbers, Vorstandsmitglied des ausrichtenden Aachen-Laurensberger Rennvereins e.V. (ALRV). Er sei „total zufrieden mit einem super ersten Wochenende“, an dem zu den beiden Konzerten „Pferd & Sinfonie“, dem Voltigieren und dem Tag der offenen Tür 45.000 Besucher kamen, 30.000 waren es alleine am Soerser Sonntag.

Schon vor dem offiziellen Einlass um 10 Uhr warteten neugierige Besucher entlang der Albert-Servais-Allee. Und die staunten nicht schlecht. Direkt am Haupteingang standen zur Begrüßung berittene Soldaten der Household Cavalry, die man sonst von den prächtigen Paraden auf Londons Straßen kennt. Und die Herren in den traditionellen Uniformen waren sogleich das erste beliebte Fotomotiv auf dem Turniergelände. Und davon gibt es auch in diesem Jahr wieder einige auf dem Gelände, die allesamt ein Thema haben: Das diesjährige Partnerland Großbritannien. Die farbenfrohen Motive, wie zum Beispiel das nostalgische Karussell im typisch britischen Look, laden zu fröhlichen Selfies ein. Davon machten die „Öcher“ reichlich Gebrauch. Und nicht nur davon. Auf sie wartete beim „Tag der offenen Tür“, zu dem der Aachen-Laurensberger Rennverein e. V. (ALRV) traditionell bei freiem Eintritt einlädt, ein geballtes Programm. Nicht nur die Ladenstraße mit 190 internationalen Ausstellern und verschiedenen Gastronomen war richtig gut besucht, auch die zahlreichen Attraktionen, die an vielen Ecken zum Verweilen, Staunen und Mitmachen lockten. Der perfekte Familientag oder Ausflug mit Freunden!

Los ging es um 11.30 Uhr im Deutsche Bank Stadion mit einem festlichen ökumenischen Gottesdienst unter dem Motto „He leads me on green pastures“. Den offiziellen Startschuss gab es um 13.15 Uhr auf dem Abreiteplatz Springen, auf dem ein kunterbuntes Unterhaltungsprogramm folgte. Schnell waren die besten Plätze am Rande der „grünen Bühne“ belegt. Jeder wollte die beste Sicht auf die außergewöhnlichen Showacts genießen: Mit dabei war auch hier die Household Cavalry, zu der sich auch CHIO Aachen Maskottchen Karli und sein britischer Kompagnon Paddington gesellten. Im weiteren Verlauf des Tages sausten Grand National Shetlandponys um die Wette, der Cappenberger Schleppjagdverein entführte mit seiner Meute in eine Jahrhunderte alte Tradition und Tiertrainerin Anne Krüger-Degener sorgte mit Pferden, Hunden und einer ganzen Schafherde für beste Unterhaltung. Ebenso dabei waren beeindruckende Mustangs, die Pferdetrainerin Yvonne Gutsche, Bianca Kuhbander und ihre Miniponys sowie die Kinder der Reitschule Biesenbach, die eindrucksvoll im Damensattel agierten. Im Rahmen der Charity-Kooperation „Aktion Glücksbringer“ präsentierten sich die Therapiehöfe aus der Region unter dem Motto „All you need is love“ und die kleinsten Besucher freuten sich über Ponyreiten sowie den Besuch der WDR-Maus.


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Aachen, 23. Juni 2023
 

CHIO Aachen 2023: Meyer, Brüsewitz und die Gruppe Norka VV Köln-Dünnwald in Führung im Preis der Sparkasse

Auftakt zum CHIO Aachen 2023 mit den Voltigierern im Preis der Sparkasse. Nach den ersten Teilprüfungen liegt dreimal Deutschland an der Spitze.

Für die Damen und die Herren standen heute Pflicht und Technik auf dem Programm, die ersten beiden von drei Teilprüfungen. Wer Gesamtsieger wird, entscheidet sich am Samstag in der Kür.

Bei den Herren hat Thomas Brüsewitz Chancen auf seinen fünften Gesamtsieg. Von 2016 bis 2019 blieb der 29-jährige Kölner ungeschlagen. Heute turnte er auf Formel 1 D.C. an der Longe von Alexandra Knauf mit 8,593 Punkten an die Spitze der Zwischenwertung. In der Pflicht war er Bester. In der Technik musste er allerdings dem Vize-Weltmeister von 2022 den Vortritt lassen, dem Franzosen Quentin Jabet auf Ronaldo (Longe: Andrea Boe). Der war in der Pflicht als Neunter unter seinen Möglichkeiten geblieben, hat in der Technik aber gezeigt, was er kann. Derzeit hat er 8,328 Punkte auf dem Konto. Das verspricht eine spannende Entscheidung in der Kür – bei der sicherlich auch der aktuell Drittplatzierte, Jannik Heiland, ein Wörtchen mitzureden gedenkt. Heiland tritt hier in Aachen als Weltcup-Sieger an, war Zweiter in der Pflicht und Vierter in der Technik und liegt Jabet mit 8,309 Punkten dicht auf den Fersen. Mitgebracht hat er sein langjähriges Erfolgspferd Dark Beluga FRH an der Longe von Barbara Rosiny.

Das Top-Trio der Damen zeigt: Voltigieren ist Familiensache. Es führt mit Kathrin Meyer die aktuelle Weltcup-Siegerin und Vierte der WM 2022. An ihrer Seite: der Oldenburger San Classico S und ihre Mutter Sonja Meyer. In der Pflicht war die 22-Jährige Zweitbeste, in der Technik turnte sie souverän an die Spitze. Aktuell kommt sie auf 8,353 Punkte. Ihr auf den Fersen ist die Konkurrenz aus dem eigenen Land. Alina Roß hatte sich mit Baron R an der Longe ihres Vaters Volker Roß in der Pflicht knapp gegen Kathrin Meyer durchsetzen können. In der Technik hatte sie einen unglücklichen Patzer und musste mit Rang vier Vorlieb nehmen. So sind es aktuell 8,153 Punkte. Auch hier also die Aussicht auf eine spannende Kür-Entscheidung! An dritter Stelle rangiert ein weiteres Mutter-Tochter-Gespann: Julia Sophie Wagner turnte auf Giovanni an der Longe ihrer Mutter Katja zu 8,092 Punkten. Sie hatten in beiden Teilprüfungen den dritten Platz belegt.

Die Pflicht der Gruppen ging an das Team Norka VV Köln Dünnwald auf Calidor an der Longe von Ines Nawroth. Sie haben derzeit 7,651 Zähler auf dem Konto. Damit setzten sie sich gegen den VV Ingelsberg auf Fider Rock an der Longe von Alexander Hartl durch. Das Schweizer Team Lütisburg mit Acardi van de Kapel (Longe: Monika Winkler-Bischofsberger) kam ebenfalls auf eine 7 vor dem Komma: auf 7,506. Die Entscheidung der Gruppen fällt ebenfalls am Samstag in der Kür.


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